(3.5.2007)
Ich hab eine rechtmäßig angetraute Ehefrau.
Und ich hab – berufsbedingt – zwei Einladungen für das Finale von „Dancing Stars 3“ im ORF bekommen.
Nachher gibt’s eine launige After-Show-Party. Auch dort darf ich hin. Beim letzten Mal haben dort die berühmten Tanzprofis, Promis und Juroren auch mit „ganz normalen“ Gästen getanzt. - Auch die längst Ausgeschiedenen.
Da meine Frau (vor unserer Ehe) leidenschaftlich gerne getanzt hat (ich glaub, sie hatte sogar den Schwarzen Gürtel im Rumba-Flirt), hab ich für sie extra schon mal für den ORF-„Ballroom“ einige prominente Tanzpartner ins Auge gefasst. Den Tanzprofi Alex Kreissl, Simones Freund, hab ich ihr sogar per Handschlag vorreserviert.
Ja, ich sah meine Frau bereits in den Armen von Balázs Ekker, Alex Zaglmaier, Alex Kreissl, Klaus Eberhartinger, Harald Serafin, Michael Tschuggnall, Andy Kainz, Thomas Schäfer-Elmayer, Hannes Nedbal, Alfons Haider, Peter L. Eppinger etc. übers Parkett schweben.
Was für eine Nacht...?
Wochenlang hat mir meine Frau mündlich zugesagt.
Ich hab mich so gefreut, weil ich dachte, ich kann sie damit glücklich machen.
Jetzt, kurz vor dem Tanz-Event, kneift sie allerdings:
„Ich hab nix Gescheites zum Anziehen.“
„Am nächsten Tag muss ich arbeiten.“
„Vielleicht fühl ich mich bei all den Promis gar nicht wohl.“
Und: „Vielleicht kann ich ja gar nicht mehr tanzen...“
Kurzum: Sie sagte mir unmissverständlich ab.
Zur Erklärung: Wenn meine Frau irgend etwas unmissverständlich absagt, dann ist das ungefähr so, wie wenn ein 100-Kilo-Hammer auf einen Reisnagel einschlägt.
Kurz erwägte ich, diese plötzlich frei gewordene Begleitungs-XXL-Aftershowparty-Backstage-Karte für das „Dancing Stars“-Finale via Ebay oder OneTwoSold versteigern zu lassen.
Doch das kann ich nicht tun.
Was, wenn ausgerechnet ein gewaltbereiter, korpulenter, geltungssüchtiger, alkoholisierter Mann den Zuschlag erhält, der dann im feinen Ball-Room einen jeden beschimpft und zum Tanzen nötigt? Und der bei dieser Gelegenheit gleich auch noch dem ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz lautstark die Sinnhaftigkeit seiner neuen Sendungsformate wie „Mitten im 8ten“ unter die Nase reibt?
Wer also, sollte mich begleiten?
Affäre hab ich auch keine am Laufen, für etwaige, plötzlich auftauchende „Freundinnen aus dem gemeinsamen Bekanntenkreis“ will ich mich nicht rechtfertigen (weder da noch dort) – also geh ich traurigen Hauptes und sehr gekränkt allein in den ORF, zur „Dancing Stars“-Aftershow-Party 2007.
Aus Erfahrung weiß ich allerdings: Derart „unglückliche Konstellationen“ bergen häufig das Potential für unerwartet Schönes...
Meine Frau und ich lernten uns just auf einer Gartenparty kennen, zu der wir beide eigentlich gar nicht hingehen wollten. Wir taten es dennoch.
Und daraus wurden zwei Kinder und eine mittlerweile fast zehnjährige Partnerschaft.
Und, genau so lass ich diesen Artikel hier stehen. :(