(11.9.2006)
VON USER KURT
Die einen (Strache) bezeichnen ihn mittlerweile als "personifiziertes Ortstaferl" ("Westenthaler/Hojac"). Die anderen als ... naja. Kurzum: Peter Westenthaler war schon einmal besser in Form. Und besser gebrieft.
Was mag in Omar Al-Rawi von der islamischen Glaubensgemeinschaft und Andreas Ermacora vom Österreichischen Alpenverein bloß vorgegangen sein, als sie dieser Tage ferngesehen haben?
Sie sahen eine TV-Konfrontation zwischen Alfred Gusenbauer (SPÖ) und Peter Westenthaler (BZÖ). Al-Rawi und Ermacora hatten anstrengende Arbeitstage hinter sich. Das Abendbrot wurde bereits eingenommen. Danach Waschen, Zähneputzen, Pyjama. Und beide Herren dachten sich: "Tun wir halt noch ein bisserl fernsehen."
In der Politiker-Konfrontation auf ORF2 sagte Westenthaler sinngemäß und ziemlich aufgebracht, dass die beiden Herren Al-Rawi und Ermacora schriftlich besprochen hätten, auf einem österreichischen Berg anstatt der Gipfelkreuzes einen Halbmond anzubringen. Ein "entsprechendes" Schriftstück wurde durch die Luft gewachelt.
So.
Und jetzt frage ich Sie nocheinmal: Was mag in diesem Moment in den beiden Fernsehzuschauern vorgegangen sein? Zumal die Sache mit dem Halbmond ja auch für sie völlig neu und absurd war. Der Grund: Westenthaler präsentierte vor laufenden Kameras stolz das Fake einer Künstlergruppe, die ihn hereingelegt hat.
Dass die beiden angeblichen Halbmond-Befürworter im Pyjama nicht gleich live ins Studio geschaltet wurden, war dabei noch ein Riesen-Glück.
Anderenfalls wären die Thurnher und der Gusenbauer mit einem Zwerchfell-Riss vom Sessel gekippt und irgendjemand hätte sich mit den Worten "Ich sage Adieu. Ich nehme den Hut" - jetzt allerdings endgültig - verabschiedet.