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Wahl 2006: Das ganz liebe Interview mit Bundeskanzler Wolfgang Schüssel!

(15.8.2006)
FAKE VON USER MAX

Hiermit soll - rechtzeitig vor der Wahl 2006 - endlich der Beweis erbracht werden, dass Politiker wesentlich sympathischer wirken, wenn sie zur Abwechslung mal ganz lieb interviewt werden.

HEITERES: Vielen Dank, dass Sie sich überhaupt die Zeit nehmen, geschätzter Herr Bundeskanzler Blum ... ähm ... Schüssel.

SCHÜSSEL: Aber, gerne.

HEITERES: Jetzt hab' ich müssen gar zweimal hinschauen. Zunächst dachte ich, vor mir ist eine Karikatur.

SCHÜSSEL (grinst lieb): Solange Sie nicht "Kreatur" sagen...

HEITERES: Herr Dr. Schüssel! Sehr geehrter Herr Bundeskanzler von Österreich. Geschätztes wahres Staats-Oberhaupt: Eine großartige Legislaturperiode neigt sich ihrem Ende zu: Eine nachteilige ... ähm ... nachhaltige Pensionsreform. 2 Millionen neue Arbeitsplätze - ein paar davon sogar in Österreich. Inflationsrate unter zehn Prozent. EU-Ratsvorsitz inklusive Shakehands mit Kush. Kurzum: Die ganze Welt blickt auf uns herab. Natürlich gehen Sie auch als Favorit in die Wahl am 1. Oktober. - Trotz ÖVP. 47 Prozent? 48 Prozent? 55 Prozent? 101 Prozent? Welch' lächerliche Zahlenspiele. Die Frage lautet: Wie gefällt Ihnen Ihre Tochter Nina Blum im "Winzerkönig"?

SCHÜSSEL: Nun, lassen Sie mich Shakespeare zitieren: "Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm." Denn, auch ich habe mich ja einst als Hauptdarsteller versucht. Im Schultheater im Stück "Romeo und Julia".

HEITERES: Und wer war der "Romeo"?

SCHÜSSEL: Na gehn S'! Jetzt hören S' aber auf. Bleiben wir aber schon sachlich, gell?

HEITERES: Verzeihung! Finden Sie nicht auch, dass Österreich, seitdem Sie Bundeskanzler sind, so gut wie nie zuvor dasteht?

SCHÜSSEL: Nun, das wiederum, ist bestimmt eine der klügsten Fragen, die mir jemals gestellt wurden...

HEITERES: Ihr Intellekt wird ja nur von Ihrer Aura getoppt!

SCHÜSSEL: Naja, aber ein bisserl stur bin ich manchmal schon.

HEITERES: Blödsinn! Wann denn? Wo denn? Wie denn?

SCHÜSSEL: Und allen bin ich auch nicht sympathisch.

HEITERES: Die Neider! Herr Dr. Schüssel, machen Sie sich um Gotten Willen nicht kleiner, nur wegen der Neider. Stehen Sie auf und rufen Sie allen zu: "I am Austria!"

SCHÜSSEL: Aber, ist es nicht eine Frechheit, dass ich zuletzt mit dem BZÖ regiert habe?

HEITERES: "Habe", Herr Dr. Schüssel. Sie sagen es ja selbst: Sie "haben" mit dem BZÖ regiert. Vorbei und gegessen.

SCHÜSSEL: Echt?

HEITERES: Ja! Das Volk hat ein kollektives Kurzzeit-Gedächtnis!

SCHÜSSEL: Aber, zumindest entschuldigen könnte ich mich doch doch dafür, bei den Österreicherinnen und Österreichern.

HEITERES: Von wegen! Die Österreicherinnen und Österreicher müssen sich BEI IHNEN (!) entschuldigen.

SCHÜSSEL: Soso? Wofür denn?

HEITERES: Dafür, dass Sie damals nur auf den dritten Platz gewählt wurden. Bitte, verzeihen Sie uns doch endlich!

SCHÜSSEL: Gut. Aber mit wem soll ich jetzt dann regieren?

HEITERES: Was sagt Ihr Verstand?

SCHÜSSEL: Grün.

HEITERES: Und wie wollen Sie wirklich regieren?

SCHÜSSEL: Alleine.

HEITERES: Und wieviele Stimmen fehlen Ihnen, laut der jüngsten "Sonntagsfrage" des ÖVP-nahsten Meinungsforschungs-Instituts, dafür?

SCHÜSSEL: Hm... Eine halbe Million?

HEITERES: Und fürs "alleine regieren"? ... Kleiner Scherz.

SCHÜSSEL: Lassen Sie mich einmal spinnen...

HEITERES: "Einmal" ist gut...

SCHÜSSEL: Sagen wir: Gehrer weg. Molterer weg. Bartenstein weg. Und ohne Rauch geht's auch. Das wären sicher schon einmal 200.000 Stimmen mehr für die ÖVP.

HEITERES: Und dann auch noch die "Vera" als ÖVP-Gesundheitsministerin?

SCHÜSSEL: Okay ... Das wäre dann noch einmal um eine Stimme mehr. Fehlen aber trotzdem noch ein paar hunderttausend andere Stimmen für die ÖVP-Absolute. Was könnte ich da bloß tun, um das zu erreichen?

HEITERES: Zurücktreten?

SCHÜSSEL: Sniff... Gibt's denn keine andere Möglichkeit?

HEITERES: Dem Gusi 5 Liter Rotwein einflösen und ihn in weißen Leggins über die Kärtnerstrasse schicken...

SCHÜSSEL: Nutzt doch nur den Kleinparteien.

HEITERES: Waoh! Sie sind wahrlich ein unglaublich guter Stratege!

SCHÜSSEL: Und Sie sind ein wahrlich unglaublich netter Journalist.

HEITERES: Bruderschaft?

SCHÜSSEL: Wolfi!

HEITERES: Heiteres!

(Bussi)

SCHÜSSEL: Sag' einmal: Bist DU eigentlich glücklich verheiratet?

HEITERES: Ja!

SCHÜSSEL: Du Glücklicher. Magst nicht eine Zweit-Frau?

HEITERES: Hääh?

SCHÜSSEL: Naja... Ich kenne da eine, die näht sich ihre Opernball-Kleider aus ein paar Putzfetzen zusammen.

(Lachkrampf beider)

HEITERES: Also, Wolfi, eines muß ich sagen: Mit dir ist es sicherlich lustiger, abends, hier beim Heurigen, zu saufen, als morgens irgendwo zu frühstücken.

SCHÜSSEL: Blöde Sau!

HEITERES: Hat hier wer "Blöde Sau" gesagt?

SCHÜSSEL: Nein!

HEITERES: Genau!

SCHÜSSEL: Ist meine Nase jetzt etwas länger?

HEITERES: Wieso?

SCHÜSSEL: Ich frag' ja nur... Weißt du was? Und das sage ich dir jetzt ganz ehrlich: Ich glaube, ich schaffe die Absolute knapp nicht.

(Jeder starrt daraufhin fünf Minuten lang äußerst betroffen in sein Glas.)

SCHÜSSEL: Aber, der Kreisky ... der hat's geschafft!

HEITERES: Das waren doch ganz andere Zeiten, Herr Bundeskanzler Wolfi. Damals gab es doch noch nicht so viele Wahlberechtigte, also brauchte man damals für die Absolute noch nicht so viele Stimmen wie heute.

SCHÜSSEL: Nein, nein ... der Kreisky war eben beliebter als ich.

HEITERES: Aber, wo denkst du denn hin? Niemand war beliebter als du.

SCHÜSSEL: ... und fescher war er auch.

HEITERES: Das schon, aber vielleicht bist du auch nur in der falschen Partei...?

(Starrer Blick - drei Minuten Pause, und dann:)

SCHÜSSEL: Also sollte vielleicht ICH Spitzenkandidat der SPÖ werden! Na ja ... Eigentlich suchen die ja eh dauernd einen neuen...

HEITERES: Und wenn die fesche Glawischnig auch noch zu den "Roten" konvertieren würde?

SCHÜSSEL: ... dann bräuchten wir die anderen Parteien ja überhaupt nicht mehr!

HEITERES: Ich bedanke mich für dieses Interview, Wolfi.

SCHÜSSEL (grinst): Und ich erst, Genosse!

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