(VON USER HERMANN)
Weihnachten: Zehn Tipps für IHN:
1. Sie müssen sich mit dem Geschenke-Kauf unbedingt Zeit lassen. Und zwar bis zur letzten Minute. Das bedeutet: Während die anderen ab jetzt wochenlang im Dauer-Stress sind (herrlich zu beobachten!), haben sie noch alle Zeit dieser Welt. Und dann, am letzten Tag, kaufen Sie einfach ganz schnell irgendwas: Buch, DVD, Unterhosen - gibt’s alles auch schon gebraucht im Internet! Der Kreative entscheidet sich für einen neuen Putzfetzen für die Ehefrau.
2. Machen Sie in der Vorweihnachtszeit einfach nichts im Haushalt. Gaaaaar nichts. Tragen Sie diese ehrenwerte Philosophie ruhig nach außen (sprich: zu ihren Kumpels ins Wirtshaus). Seien Sie stolz darauf, gegen den Strom zu schwimmen. Ja, Sie sind einfach toll! SIE sind ein richtiger Mann.
3. Stellen Sie sich – mit einer Zigarette und einer Dose Bier – lässig vor den Supermarkt und sagen Sie zu jedem Mann, der heraus trottet und seiner Frau beim Tragen hilft, welch armseliger, brustschwacher, impotenter Trottel er doch ist.
4. Sie haben vollkommen Recht, mit Ihrer Einstellung: Wer unbedingt auch noch einen Christbaum haben möchte, der soll sich ruhig einen nach Hause tragen (und ihn dort halbwegs gerade aufstellen...). Sie finden jedenfalls: Fünf Kisten Bier (anstatt des Baumes) im Wohnzimmer übereinander gestapelt, machen sich einfach viel besser – und sind auch wesentlich sinnvoller. Ihr „Killing-Argument“ dabei: Wo steht in der Bibel geschrieben, dass ein Baum ins Wohnzimmer gehört?
5. Erklären Sie allen kleinen Kindern nachhaltig, offen, direkt und ganz schonungslos, dass nicht das Christkind die Playstation bringt, sondern allenfalls Mama und Papa um verdammt viel Geld einkaufen müssen. Und wenn das Kind partout nicht glauben will, was Sie da sagen – na dann wird es am Weihnachtsabend aber ganz schön schauen.
6. Wenn Sie die Bescherung für, sagen wir, 18 Uhr ansetzen, achten Sie unbedingt darauf, dass Sie in den Stunden davor, im Gasthaus, alle ihre Zech-Kumpanen treffen. Und zwar hintereinander! Anschließend nähern Sie sich dem häuslichen Christbaum mit mindestens 2 Promille Blut im Alkohol. Anderenfalls müssen Sie Ihre ganze Verwandtschaft, mitten in der Nacht, auch noch mit dem Auto nach Hause chauffieren. Wir lernen: Wenn ein Vollrausch einen Sinn hat, dann wohl nur am Weihnachtsabend. In diesem Zusammenhang könnten Sie ferner überlegen, ob es nicht sinnvoll wäre, Ihrer geladenen Verwandtschaft gleich einen Taxi-Gutschein bzw. Straßenbahn-Fahrscheine einzupacken: „Einzulösen bis Weihnachten“...
7. Lassen Sie es sich einfach nicht bieten, wenn Ihre Frau in grauen Leggins, verschwitzt, ungeschminkt und nach Fisch stinkend vor dem Christbaum erscheint. Schicken Sie sie einfach raus. Schließlich hatte sie ein ganzes Jahr lang Zeit, um sich auf diesen würdigen Moment vorzubereiten. Sage und schreibe: 365 Tage und Nächte!
8. Wenn Ihre (höflichkeitshalber geladenen) Tanten und Onkeln bei Tisch über ihre Krankheiten jammern, werfen Sie ruhig ein, dass Sie das alles eigentlich überhaupt nicht interessiert. Sagen Sie das ruhig laut! Bringen Sie sich so richtig in Rage! Deuten Sie immer wieder auf den Christbaum und betonen sie, dass es Leute gibt, die nicht einmal am Kreuz gejammert haben.
9. Wenn Sie Fisch hassen, schieben Sie sich ruhig eine Fertig-Pizza ins Backrohr. Doch fangen Sie erst dann an zu essen, wenn die anderen satt sind – sonst will jeder kosten.
10. Noch etwas: Sollten Sie auch heuer wieder eine Krawatte bekommen, drehen Sie damit ruhig den anderen einen Strick. Denn dann wissen Sie, was man von Ihnen hält.